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Deutsche Bank will mit Start-ups in Asien kooperieren

Die Deutsche Bank treibt die Digitalisierung voran und eröffnet in Singapur ein „Innovationslabor“. Investoren trauen dem Wandel nicht ganz.

BangkokSpätestens seitdem die ehemalige IT-Chefin der Deutschen Bank, Kim Hammonds, ihren damaligen Arbeitgeber als das „dysfunktionalste Unternehmen“ bezeichnet hat, dem sie in ihrer Karriere begegnet sei, trauen Beobachter dem Geldhaus in Sachen Digitalisierung nicht mehr viel zu. Doch diesen Makel will die Bank abschütteln – mithilfe von Unterstützung aus Asien.

Wie das Handelsblatt erfahren hat, nimmt an diesem Mittwoch ein weiteres sogenanntes „Innovationslabor“ der Bank seine Arbeit auf. Die neue Einrichtung hat ihren Sitz in Singapur – und ist damit die erste ihrer Art in Asien. Bisher existierten nur Teams in Berlin, London, New York sowie in Palo Alto im Silicon Valley.

Die bereits von Vorgänger John Cryan ins Leben gerufenen Labore sind wichtiger Bestandteil der von Vorstandschef Christian Sewing ausgerufenen Plattformstrategie. Die Bank soll künftig eine Art digitales Regal für eigene Produkte sowie für Angebote von Fintechs und Wettbewerbern sein.

Über die Innovationslabore hofft man, potente Partner zu finden. „Es gibt eine neue Offenheit im Bankwesen, bei der sie jeden Partner ernst nehmen müssen und schnell handeln müssen, um Chancen zu ergreifen“, sagt der Asien-Pazifik-Chef Werner Steinmüller dem Handelsblatt.

Noch trauen Investoren dem Wandel nicht ganz. Die Deutsche-Bank-Aktie hat sich von ihrem Zwischenhoch im Oktober von fast zehn Euro wieder entfernt und liegt deutlich unter neun Euro.

Um den Turnaround zu schaffen, will die Bank das Know-how asiatischer Gründer anzapfen. „Asien, insbesondere Singapur, erweist sich als fruchtbarer Boden für talentierte Start-ups, und wir sind sehr gespannt auf die möglichen Partnerschaften hier“, sagt Steinmüller.

Im Kern sollen die Labore die Kontaktaufnahme von Start-ups mit der Bank beschleunigen. Gefällt der Bank eine Idee, beteiligt sie sich oder schlägt eine anderweitige Kooperation vor. In Singapur ist die Auswahl an jungen Unternehmen groß: Die Finanzmetropole hat sich zu einem Fintech-Cluster entwickelt – auch dank großzügiger staatlicher Unterstützung. Laut dem jüngsten Report des Beratungsunternehmens Genome sind bereits 270 Fintechs in dem Stadtstaat ansässig.