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Allianz darf China-Ableger ohne chinesische Beteiligung gründen

Als erster Versicherer der Welt darf die deutsche Allianz in China eine Holding ohne chinesische Beteiligung gründen. Die Öffnung des chinesischen Marktes gilt als versöhnliches Signal im Handelskonflikt mit den USA.

Die Allianz darf als erster ausländischer Versicherer in China eine Holding gründen, an der kein einheimisches Unternehmen beteiligt ist. Wie der Versicherungskonzern mit Hauptsitz in München am Sonntag mitteilte, gab die chinesische Banken- und Versicherungsaufsicht dafür nun grünes Licht.

„Signifikanter Meilenstein“

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte sprach von einem „signifikanten Meilenstein“. Nach Angaben des Chefs von Europas größtem Versicherer soll die China-Holding der Allianz, die mit eigenem Kapital ausgestattet werden muss, bereits im kommenden Jahr gegründet werden. Die Allianz werde von der Liberalisierung und dem Wachstum des Marktes profitieren, der in den nächsten zehn Jahren um rund 14 Prozent pro Jahr wachsen soll, sagte Bäte.

„Das ist ein bedeutender Meilenstein für uns, unsere Präsenz in diesem strategischen Markt zu erweitern.“
Oliver Bäte, Allianz-Vorstandschef

Chinas restriktives Investitionsklima

Die Wirtschaftspolitik Chinas sah bislang so aus, dass ausländische Unternehmen im Land nur unter chinesischer Beteiligung investieren durften. Umgekehrt genossen aber chinesische Unternehmen im Ausland die volle Freizügigkeit des Marktes und kauften im großen Stile Unternehmen auf. Erst der Handelskonflikt mit den USA veränderte an diesen ungleichen Wettbewerbsbedingungen etwas. So war der restriktive Zugang für Investoren in China einer von mehreren Kritikpunkten von US-Präsident Donald Trump.

Die Öffnung der chinesischen Wirtschaft war auch von der Bundesregierung immer wieder angemahnt worden. Nun bewegt sich China in diese Richtung, was auch als versöhnliches Signal im Handelskonflikt mit den USA gewertet wird.

Inzwischen mehrere Unternehmen

Inzwischen gibt es zwölf ausländische Unternehmen aus dem Finanzsektor, denen die chinesischen Aufseher erlaubt haben, eigene Töchter zu gründen. Die chinesische Banken- und Versicherungsaufsicht erklärte, sie werde den Finanzsektor nach und nach weiter öffnen, gleichzeitig aber die Risikoüberwachung und die Aufsicht verbessern.

Allianz seit 100 Jahren in China

Die Allianz SE ist nach eigenen Angaben bereits seit mehr als 100 Jahren in China aktiv. Derzeit beschäftigt der deutsche Versicherungskonzern im bevölkerungsreichsten Land der Erde 2.000 Mitarbeiter. In der Lebensversicherung unterhält die Allianz ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Finanzriesen CITIC unter dem Namen Allianz China Life.

In der Schaden- und Unfallsparte hatte der deutsche Versicherer im Juli eine Partnerschaft mit dem chinesischen Internet-Händler JD.com angekündigt. Er soll 30 Prozent der Anteile an Allianz China übernehmen, mit dem Ziel einen Online-Versicherer mit der Allianz zu gründen.