Staugeplagtes Jakarta bekommt Schnellbahn


 
 
 

Mehr als 30 Millionen Menschen leben im Großraum von Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Die Metropole erstickt im Verkehr, die Staubelastung verursacht jährlich einen Milliardenschaden. Eine Metro soll nun Abhilfe schaffen.

„Diese Schnellbahn führt eine neue Lebensart ein“, erklärte Indonesiens Präsident Joko Widodo vor Zehntausenden Zuschauern bei der Eröffnung der ersten U-Bahn-Strecke des Inselstaates in Jakarta.

Die Bahn war seit den 1980er Jahren in Planung, wegen politischer Krisen und Streit um die Finanzierung konnte aber erst 2013 mit dem Bau begonnen werden. Die Strecke ist eines von zahlreichen Infrastrukturprojekten, mit der die Regierung den öffentlichen Nahverkehr verbessern will – nach dem Vorbild von anderen südostasiatischen Städten wie Kuala Lumpur, Singapur und Bangkok.

Die Linie führt vom Süden bis ins Zentrum der Stadt. Dabei hält die Bahn an sechs unterirdischen und sieben oberirdischen Stationen. Für die insgesamt 16 Kilometer benötigt der Zug laut Fahrplan eine halbe Stunde – und damit nur etwa halb so lange wie ein Auto.

Zweite Strecke soll 2024 eröffnet werden

Zunächst sollen acht Züge auf der Strecke fahren und täglich rund 65.000 Menschen transportieren. Die Anzahl der Züge und die Auslastung sollen sich aber mit der Zeit verdoppeln. Zudem gibt es Pläne, die Strecke bis 2024 nach Norden hin zu erweitern. Für beide Bauprojekte hatte Indonesien einen milliardenschweren Kredit bei einer japanischen Entwicklungsagentur aufgenommen.

Die Behörden hoffen, dass Pendler vom Auto auf die Stadtbahn umsteigen und so zu einer Entspannung auf Jakartas chronisch verstopften Straßen beitragen. Aufgrund steigender Löhne ist die Zahl der Autokäufe in Indonesien in den vergangenen zehn Jahren drastisch gestiegen. Nach Angaben der Regierung verursacht die massive Verkehrsbelastung jährlich einen wirtschaftlichen Schaden von rund 4,6 Milliarden US-Dollar.