Nordkorea: Kims Schwester droht mit Militäraktion

Kim Yo Yong übt großen EInfluss in der Regierung Nordkoreas aus - als Politbüro-Mitglied und Schwester des Diktators.

 
 
 

Von der zeitweiligen Entspannung zwischen Nord- und Südkorea sowie den USA ist nicht mehr viel zu spüren. Nun kommen wieder überaus aggressive Töne aus Pjöngjang – allerdings nicht von Kim, sondern von seiner Schwester.

Nordkorea will nach Aussage der Schwester von Machthaber Kim Jong-un militärisch gegen Südkorea vorgehen. „Ich fühle, dass es höchste Zeit ist, mit den südkoreanischen Behörden zu brechen. Wir werden bald die nächste Aktion in Angriff nehmen“, sagte Kims einflussreiche Schwester Kim Yo Jong in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Mitteilung.

Mit Genehmigung ihres Bruders, der Partei und des Staates habe sie „die mit den Angelegenheiten des Feindes beauftragten Behörden angewiesen, entschlossen die nächste Aktion vorzunehmen“. Das „Recht zur Durchführung der nächsten Aktion“ liege „beim Generalstab unserer Armee“. Kim nannte keine Details zu der geplanten Militäraktion. Offenbar spielte sie aber auf eine mögliche Zerstörung des gemeinsamen koreanischen Verbindungsbüros in der Grenzstadt Kaesong an. „In Kürze wird eine tragische Szene des komplett eingestürzten, nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros zu sehen sein“, hieß es demnach in ihrer Erklärung.

Nordkorea hatte den Süden bereits in den vergangenen Tagen mehrfach dafür verurteilt, dass Aktivisten nicht daran gehindert würden, Pjöngjang-kritische Flugblätter über die Grenze zu schicken. Die Flugblätter-Aktion sei „ein Akt von Präventivschlag, der einem Krieg vorausgeht“. „Es ist Zeit, sie heftig spüren zu lassen, was sie getan haben“, hieß es aus Nordkorea. Zuvor am Samstag hatte Pjöngjang den Süden bereits für „unsinniges Gerede“ über den Denuklearisierungsprozess verurteilt sowie für Versuche, sich in die Gespräche Nordkoreas mit den USA „einzumischen“.

Die innerkoreanischen Beziehungen sind seit dem gescheiterten Gipfel Nordkoreas mit den USA im Februar vergangenen Jahres zum Erliegen gekommen. Im Kern geht es um die Frage, welche Zugeständnisse Washington im Gegenzug für Denuklearisierungsmaßnahmen Pjöngjangs machen würde. Erst am Freitag hatte Nordkorea die Forderungen nach einer Aufgabe seines Atomwaffenprogramms als sinnlos bezeichnet.

Zugleich betonte Außenminister Ri Son Gwon in einer Erklärung, Nordkoreas Ziel sei es, seine militärischen Kräfte auszubauen. Der Regierung von US-Präsident Donald Trump warf er vor, die Verhandlungen bloß zu politischen Zwecken zu nutzen und in Wirklichkeit sein Land militärisch weiter zu bedrohen. Die Atomwaffen Nordkoreas gelten als „Lebensversicherung“ des Regimes, die dieses vor einem Angriff von außen schützen soll.